Erlebnislieder - für Schule und Kitas

Dies ist ein wissenschaflicher Beitrag zur Darstellung der Methodik und der Attribute von Erlebnisliedern für Erzieher / Studenten/ Lehrer als Zitat- und Quellenverweis. Autor: Dennis W. Ebert

 

Beitrag zum deutschen Schulsportkongress 2004 / Saarbrücken

 

Musik-Motorik-Motivation

Der saarländische Autor, Diplomsportlehrer und Grundschulpädagoge Dennis W. Ebert hat mit  seinen Sach- und Bewegungsliedern (Liedertheater Eddi Zauberfinger) ein interessantes Medium für einen lebendigen Unterricht  geschaffen.

Spielerisch werden hierbei Musik, Motorik, Emotion und Kognition miteinander verbunden und ein günstiges Lernklima für zahlreiche Unterrichtsthemen auf allen Lernebenen erreicht. Im Seminar selbst erfolgen praktische Arbeitshinweise und Tipps für die vielfältige „Bewegungsstunde“ , Projekte oder Schulfeste in Anlehnung an sein bilinguales Buch. Die Konzeption – auf geordneter Bewegung beruhend - soll gerade fachfremde Kollegen beim Unterrichtseinsatz unterstützen.

Seine direkt einsetzbare interaktive CD  „Bewegungsspaß für Groß und Klein“ versteht sich als unkomplizierte Ergänzung eines klasseninternen Bewegungsprogrammes zur Förderung von Ausdauer und Koordination. Sie dient unter gewaltpräventiven Aspekten zusätzlich auch zum Abbau von Spannungen innerhalb der Klasse.

 

Das Wahrnehmen - über die zur Koordination wichtigen Analysatoren -  und das motorische Handeln stehen als zentrale Leitgedanken im Mittelpunkt der Methode. Als Resultat der Musik-Motorik Komponente evoziert der Autor eine kognitive Dimension, die sich z.T. sogar schon  implizit bei der Methodenanwendung vollzieht.

 

Methodenanalyse

Die Methode basiert auf dem Einsatz von Erlebnisliedern, welche sowohl auf einem motorischen Handlungsaspekt als auch auf einem didaktisch verwertbarem Sachaspekt beruhen. Wahrnehmen und Handeln werden zu grundlegenden Voraussetzungen bzw. förderbaren Parametern bei der Anwendung. Aber auch die soziale Interaktion erhält einen hohen Stellenwert durch das gemeinsame konstruktive Tun der Gruppe oder Klasse.

 

Musik kann durch ihre Form Motorik evozieren, beeinflussen, ja gestalten. Voraussetzung sind das Wahrnehmen und eine subjektive Handlungskompetenz, welche interdependent und immanent geschult werden.

 

Attribute des Erlebnisliedes

 

Ein Erlebnislied behandelt die Umwelt durch:

Ereignisse und Sachsituationen, Phantasiegeschichten oder denkbare Mischformen,

welche als situatives Spiel dargestellt werden. Gemeinsames Tun und Lernen mit allen Sinnen können über den Bewegungsaspekt eine hohe Affinität zum Thema erzeugen.

 

Ein Erlebnislied benötigt Musik:

 -     als Informationsträger einer textimmanenten Regie bzw. Bewegungsanweisung

-          als allgemeine Motivation und zur Aufmerksamkeitsweck­ung

-          als äußeren Ordnungs- und Orientierungsparameter

-          als Rhythmisierungsvorlage

-           

Ein Erlebnislied bietet Anwendungsbereiche auf der:

-           motorischen Ebene durch pantomimisch darstellendes Rollenspiel, bzw.            Bewegungstransformation,

-           ikonischen Ebene durch assoziative Szenenverarbeitung,

-           kognitiven Ebene durch didaktische Verwertung der Textanalyse.

 

Ein Erlebnislied fördert: -

-          Ästhetik als Grundlage zur aktiven Mitgestaltung,

-           - individuelle Sensibilität durch Bewusstwerden und Bewusstsein,

-          - soziale Sensibilität durch Interaktionscharakter,

-          - sachgebundene Sensibilität durch spezifische Themen. 

-           

-          Ein Erlebnislied vollzieht sich im Sinne: 

-          - der Ganzheitlichkeit mit Kopf, Herz und Hand, 

-          - der Lernbiologie durch Positiverlebnisse und Lernspaß.  

 

Ein Erlebnislied verknüpft die Fächer:

-Sport,  Rhythmik durch Wahrnehmung, kreative Bewegung, Raumorientierung

  Koordinations- und Ausdauerleistungen so wie allgemeiner Sinnesschulung.

-Sachkunde, durch themenspezifische Inhalte, 

-Deutsch, durch zu analysierende sinnerfassende Texte,

-Bildende Kunst, durch ikonische Akzente und Requisitenbau,

-Musik, durch bewusstes Hören und motorische Umsetzung /Transformation.

 

 

Die Anwendung eines Erlebnisliedes

kann die allgemeine Fähigkeit und Freude zur sozialen Interaktion so wie folgende Eigenschaften fördern:

- Auditive Wahrnehmung: Textregie erfassen und Rolle übernehmen

- Ausdrucksvermögen: „Ich“ im Zentrum des Geschehens, subjektive  Handlungskompetenz

- Selbständigkeit: Organisieren, Entscheiden, Handeln..

- Kreativität: Moderation zwischen den Liedern und Kulissen erfinden...

- Spontaneität: Handeln nach Musik oder Liedtext

- Emotionalität : Abbau von Spannungen, aggressivem Verhalten

- Bewegungsphantasie: Rollenspezifisches pantomimisches Spielen und Handeln

- Kooperationsfähigkeit: Gruppenerlebnis, Einordnen, Rücksichtnahme...

-  Lernbereitschaft: Textvortrag, Singen, Musizieren, Umgang mit Materialien

 

 

Kurzdarstellung der Methodenebenen

Funktionsweise

Erlebnislieder haben in erster Linie etwas mit dem aktiven Erleben und Darstellen von Ereignissen, Umwelt- und Sach­situationen aus dem Alltag, einer Phantasiewelt oder einer Mischung dieser verschied­enen Felder zu tun. Generelle Prämisse dieser Lieder ist dabei die Absicht, im Sinne des Situationsan­satzes den Alltag und sich daraus ergebende Sachthematiken unter zeitgeis­taktuellem Bezug handelnd darstell­bar "auf die Bühne zu bringen".  Auf erster Ebene rückt es somit in das Genre des darstellen­den Rollenspieles, meist durch die Abfolge szenischer Sequenzen. Der Schlüssel zur Ausführung der Handlung beruht dabei auf einer dem Liedtext immanenten Regiean­weisung, der Liedregie. Der so "diktierte" Handlungsablauf kann nach entsprechen­der Vorbereitung der Aktionsfläche und verteilten Handlungsrollen von den spielenden Kindern simultan erfasst und spontan dargestellt werden. Die Handlung wird nicht zum passiven sondern zum aktiven Gestalterlebnis im Sinne kreativer Bewegungserziehung. Von Vorteil ist, dass sich die Szenerie ohne großes Proben oder Einstudieren von Sprechrollen vollziehen kann. Auch kann die Verwendung von Requisiten auf ein Minimum beschränkt bleiben oder gar entfallen. Dabei muss das Lied durch den möglichen Einsatz von Tonträgern nicht live gesungen werden.

 

Eine zweite Ebene der Methode ermöglicht, dass das Erlebnis, Gescheh­nis oder die Sachthematik auszugsweise auch als Phantasieszene bildnerisch darstellbar ist und somit eine Verbindung zum Bereich der Bildenden Kunst herstellt. Diese Dimension ist vom einfachen assoziativen Malen einer Szene bis zum gemeinsam erstellten Bühnenbild oder der Herstellung von Kulissen und Requisiten ausbaubar.

 

Als dritte Ebene kristallisiert sich das Erlebnislied im Sinne eines heimlichen Lehrplans durch textimmanente kognitive Eckdaten als Sachlied und Lernlied heraus: Inhalte können letztendlich durch sinnerfassendes Aufnehmen zur didaktischen Auswertung und Weiterverar­beitung dienen. Die Rolle der Musik als Medium spielt sich in der Funktion als Infor­mationsträger mit motivationalem Charakter zur Bewegungsimprovisation ab. Plastische und schmissige Rhythmen sind dabei einer beherzten Handlungsausführung nützlich, gelungene Melodien begünstigen eine bereitwillige Textaufnahme.

 

 

Zur Durchführung der Methode

Aktionsfeld

Nach der vorgeschalteten Themen- und Textanalyse  erfolgt die Überlegung, wo die Aufführung stattfinden soll. Dazu muss eine entsprechende Aktionsfläche bereitgestellt werden, auf der sich die Handlung vollziehen kann. Zu berücksich­tigen ist dabei die Anzahl der Mitspieler und die evtl. zurückzulegen­den Wege , die sich durch die Liedregie ergeben können.  So müssen z.B. Bänke in einem Klassenraum zur Seite geschoben werden, oder das Aktionsfeld in einer Sporthalle, auf einer Wiese oder in einer Aula begrenzt werden. Ein durchdachter Ordnungsrah­men ist unabdingbar für die erfolgreiche Durchführung.

 

Rollenzuweisung

Zur Einstimmung sollte zunächst eine Besprechung der Ausgangs- und Sachsituation mit den Schüler erfolgen. Danach schließt sich die Rollenverteilung an. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Liedern, die verschiedene Solorollen erfordern und Liedern, die als Gesamtgruppenspiel durchgeführt werden können. Auch ergeben sich ineinander verzahnte Kombinationen dieser beiden Darstellungsmöglichkeiten. Zur Vermeidung einer Ausgrenzung bietet sich jedoch immer die Möglichkeit, nicht ins Rol­lenspiel eingebundene Kinder als Chor, Regieassistenten oder Instrumentalis­ten einzusetzen. Nach der Frage "Wer spielt was?" greift der Lehrer zur Verteilung der Rollen auf den über­sichtlichen Rollenplan zurück.  Im Sinne des Werkstattunterrichtes bietet diese Methode jedoch  auch Schülern die Möglichkeit, ein Erlebnislied in seinem Regie- und Handlungsablauf selbst einzustudieren und zu präsentieren.

 

Requisiten und Kulissen

Der Umfang hinzugezogener Requisiten hängt vom individuellen Gestaltungswillen der jeweiligen Klasse oder den Intentionen des Lehrers ab. Alle Materialien bzw. Kostüme können aufgrund der pantomimischen Darstel­lung auf ein Minimum begrenzt oder gar weggelassen werden. Durch den bei der Aufführung hörbaren und in Handlung vollzogenen Liedtext kann grundsätzlich auf die As­soziationskompetenz aller Beteiligten vertraut werden. Der Umfang der Kulissen und Requisiten hängt jedoch auch davon ab, ob das Lied spontan und ohne großen Aufwand im Unterricht eingesetzt werden soll oder ob sogar ein Auftritt der Klasse für ein anstehendes Fest bevorsteht. Im letzten Fall können, müssen aber nicht, alle Register der Theaterkunst gezogen werden.

 

Handlungsablauf

Grundsätzlich können sich alle nach dem Text zu vollziehenden Handlungen auf der Ebene der Pantomimik und somit im Raum der Bewegungsphantasie abspielen.  Da die Thematiken zielgruppenentsprechende Erfahrungswelten behandeln,  kann auch grundsätzlich auf motorische Lösungsstrategien der beteilig­ten Kinder vertraut werden. Lediglich zu Beginn ist das Ausgangsszenario festzulegen und die entsprechenden Positionen der aktuellen oder später hinzukommen­den und agierenden Schauspieler zu bestimmen. Da die Kinder nach Start des Liedes der immanenten Regieanweisung folgen, vollzieht sich das Geschehen nunmehr eigendynamisch in   Anlehnung an den wahrzunehmenden Text.

 

Didaktische Komponente

Zur Entwicklung sachgebundener Sensibilität trägt ein „Sich‑Erarbeiten“ der Umwelt bei. Wenn die Umwelt in Form von Ereignissen oder Szenenfolgen im  Liedertheater ­aktiv erlebt werden kann, so findet auf dieser Stufe eine erste wahrnehmende und handelnde Auseinan­de­rsetzung im Sinne kreativer Gestaltung und Erarbeitung statt. In Anlehnung an die generelle Prämisse, den Alltag - also auch die Umwelt - und sich daraus ergebende Sachthematiken erfahrbar zu machen, eröffnet sich hier für das Erlebnislied im Einklang mit dem didaktischen Umfeld ein theoretischer Anspruch als mögliche einsetzbare ganzheitliche Methode.

 

 

Thesen zur Methode des Liedertheaters

An dieser Stelle sollen ausgesuchte unterrichtsbedeutsame Thesen der Kategorie Erlebnislied unter handlungsorientierter Anwendung im Lieder­theater erfolgen, die in Anlehnung an die Veröffentlichung des Autors auf der Basis eines in der Praxis durchge­führ­ten Integrationsprojektes beruhen. (Vgl.: EBERT 2003, S. 62)

 

These 1

Das Erlebnislied schafft die Möglichkeit einer ganzheitlichen Auseinandersetzung mit Inhalten sowie deren Inszenierung durch die Verknüpfung von Musik, Bewegung, Sprache, Gesang und Bildender Kunst.

 

Zum Aspekt der Ganzheitlichkeit

In der Geschichte der Pädagogik war es immer eine Forderung, das eigentliche Lernen aus dem Spielen herzuleiten und somit erträglich und menschlicher zu machen. Ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand resultiert hieraus. Spielen im Unterricht ist nicht zweckfrei, sondern ein zielgerichteter Versuch zur Entwicklung der sozialen, kreativen, intellektuellen und ästhetischen Kompetenzen der Schüler .  Ein ganzheitliches Erfassen mit beiden Gehirnhemisphären kann u.a. durch Bewegung (Pantomime) und durch den integralen Einsatz von Musik unterstützt werden. Darstellende Spiel gibt dem Kind die Möglichkeit, sich im Spiel als ganzer Mensch  mit all seinen kognitiven, affektiven und psychomotorischen Kräften auszudrücken. Es bietet somit einen ganzheitlichen Lernansatz.

 

Der für den Lernprozess förderliche Vernetzungsaspekt wird aus dem Blickwinkel der Suggestopädie verdeutlicht.  Neben den verbal-analytischen Fähigkeiten der linken Gehirnhälfte beim traditionellen Lernen, geht es in der Suggestopädie um ein aktives Lernen in entspanntem Zustand unter Integration der Funktionen von linker und rechter Gehirnhälfte. Dadurch werden Areale der bildlichen, synthetischen , räumlich ganzheitlichen Wahrnehmung und der Kreativität aktiviert. Schon durch den Einbezug von Bildern in Form von Übungen zur kreativen Visuali­sierung können diese Fähigkeiten voll ausgeschöpft werden. Ein ganzheitliches Erfassen unter Aktivierung beider Gehirnhemis­phären kann allgemein durch Verwendung von Farben und Visualisie­rungstechniken , Bewegung, Förderung kreativer Kräfte im Spiel und Wecken der Vorstellungskraft in Phantasiereisen unterstützt werden.

 

These 2

Musik und Lieder mit aktuellem Zeitgeist können Interesse wecken, motivieren und als Medium zum gemeinsamen Tun auffordern.

 

Aspekt der Musik

Unter den spezifischen Wirkungen von Medien kann  Musik unter Evozierung von Emotionen zu einem Ausdruck des Lebensgefühls werden. Wenn nun zu den Melodien zeitgemäße Texte hinzukom­men, kann diese aktuelle Form der Musik verwendet werden, um gezielte Aussagen zu machen, die in Form einer Ballade, in Form einer musikalischen Erzählung geeignet sind, inhaltliche Vermittlung und Spaß am Zuhören miteinander zu verbinden. Die Parameter der Musik können aber auch dazu beitragen, einen äußeren Rhythmus zu adaptieren und zu einem „inneren Rhythmus“ werden zu lassen. Wahrnehmen  und Handeln stehen erneut im Vordergrund dieser motorisch-analytischen Handlungskompetenz.

 

Aspekt des gemeinsamen Tuns und der sozialen Interaktion

 Im gemeinsamen Tun eines Erlebnisliedes können alle gruppen-, rollendynamischen und dyadischen Beziehungen des sozialen Lernens verankert werden.  Setzt man das gemeinsame Tun dem sozialen Ereignis gleich, so vollzieht sich hier durch die in­dividuelle Auseinande­rsetzung und Bewältigung motorischer Ereignisse ein Soziales Lernenauf denEbenen der Kommunikation, des Kontaktes, der Kooperation, der Solidarität, der Konflikt­fähig­keit, der Entwicklung der Ich-Identität und der Sozialen Sensibilität, der Toleranz , der Kritik und schließlich dem allgemeinen Umgang mit Regeln im Sinne einer soziologischen  Rollentheorie.

 

These 3

Im Erlebnislied kann durch das Bewegungserlebnis nachhaltiger und intensiver wahrgenommen werden.

 

Aspekt der Wahrnehmung und Koordination

Innerhalb der Musiker­ziehung finden sich ähnliche Argumente, wenn körperliche Bewegung als Medium einbezogen wird. Demnach können Inhalte, mit welchen sich der Mensch ganzheitlich, d.h. kognitiv, affektiv und motorisch auseinander­setzt, nachhal­tiger und intensiver erlebt und verarbeitet.  Ein Hinweis auf eine Förderungsabsicht der Wahrneh­mungsfähigkeit in Verbindung von Musik und Bewegung findet sich auch im Lehrplan Musik. Im Erlebnislied kann die  motorische Ausführung der Rollenhandlung nur erfolgen, wenn der Schüler über den akustischen Eingangskanal spontan die Liedregie bereitwillig wahrnimmt.  Sukzessiv und parallel gesellen sich die optische Wahrnehmung des Mitspie­lers, die Wahrnehmung des Raumes, die Wahrnehmung der eigenen Handlungsausführung unter kinästhetischen Aspekten und des eigentlichen Spielgeschehens in komplexer Weise hinzu.  In Anlehnung an die Lernbiologie läßt eine solche operationale und anschaulische Darstellung zusätzliche haptische und motori­sche Gehirnregionen mitschwingen. Dieser Umstand garantiert zunächst eine bessere (Sach-) Infor­mationsverarbeitung. Durch den subjektiv erlebten Handlungser­folg baut sich zusätzlich Lernspaß auf, welcher durch Positiverlebnisse ebenfalls zu einer blockadefreien Verankerung (der Sache) im Gedächtnis beitragen kann.  Mit der Aktivierung verschiedenster Wahrnehmungsfelder im Gehirn, stehen mehr Assoziationsmöglichkeiten zur Verfügung. Gleichzeitig steigern sich sogar Aufmerksamkeit und Lernmotiva­tion, welche auf eine innere Resonanz rück­schließen lassen.

 

Aspekt der Handlungsorientierung

Unter dem Aspekt der Handlungsorien­tierung gilt, dass sowohl die  Wirkung der Einprägung bzw. des Lernens als auch  die Über­zeugungskraft der Information durch Handeln und Beobachten verstärkt werden. Gleichzeitig beeinflussen sie nachdrücklich Gefühle, Werte und Einstellungen beim Lernenden

Gehandelt werden kann u.a.: - in lebensechten Situationen unter Einsatz der ganzen Person,

in nachgespielten Situationen, mit wirklichen Gegenständen, oder mit Symbolen und  Modellen von wirklichen Gegenständen.

 

Schlusswort:

Die Erkenntnisse liegen längst auf dem Tisch: Kinder bewegen sich zu wenig, ja sogar falsch. Unter Sportlehrern herrschen Ängste, Kinder aus Gründen der Verletzungsgefahr an früher übliche Bewegungsstandards und motorische Aufgaben heranzuführen.

Dabei haben Kinder (noch) einen natürlichen Bewegungsdrang, den es im Sinne einer ganzheitlichen Förderung zu nutzen und auch zu formen gilt. So früh als möglich.

Gemeinsamer Parameter von Musik und Motorik ist eine erkennbare Ordnung, die vom Menschen adaptiert werden kann. Wir treffen heute vermehrt Kinder, die „von der Rolle“ sind. Geben wir ihnen eine „motorische Rolle“, finden sie sich im Sinne der Psychomotorik und Rhythmik scheinbar wohl und zurecht.  Über den geordneten Bewegungsaspekt versteht sich ein Erlebnislied auch als ein Weg von äußerer (Bewegungs- ) zur innerer (Psychischen-) Ordnung.

Während früher Bewegungserfahrungen zu den alltäglichen Erfahrungen und Erlebnissen eines Kindes gehörten, müssen heutzutage motorische Grunderfahrungen inszeniert werden. Das Erlebnislied soll unter ganzheitlichen und vieldimensionalen sportpädagogischen und sportsoziologischen  Aspekten spielerisch zu einer motorischen aber auch sozialen subjektiven Handlungskompetenz beitragen.

 

Juli  2004 Dennis W. Ebert